Mittwoch, 12. November 2008

Studienfonds OWL


Eine großartige Sache, Empowerment pur: Die fünf staatlichen Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe haben sich mit engagierten Privatpersonen, Unternehmen und verschiedenen anderen Organisationen aus der Region zusammengetan, um Studierende zu fördern und die Bildungsregion rund um den Teutoburger Wald zu stärken. Mit Hilfe des Studienfonds OWL soll dazu beigetragen werden, dass "jeder, der geeignet und motiviert ist, ungeachtet der sozialen Herkunft und der finanziellen Lage, in OWL studieren kann".

Leere Worte? Anscheinend nicht, denn auch Reza Dehghan, ein talentierter junger Mann aus dem Iran, der schon eine Weile mit dem MuM-Lippe-Team in Kontakt ist, wurde jetzt vom Studienfonds OWL als Stipendiat ausgewählt und kann nun an der FH in Lemgo studieren! Er gehört laut einer Pressemitteilung vom 10. November zu den 230 Studierenden, die seit Anfang 2007 in den Genuss eines Stipendiums gekommen sind.

Gefördert werden Studierende in OWL, die entweder besonders begabt sind oder besonders bedürftig - also ihr Studium nicht selbst finanzieren können, aber sehr gerne studieren möchten. Letzteres war bei Reza Dehghan der Fall. Neben seinem Studium engagiert er sich auch ehrenamtlich auf sozialer Ebene. Seine Hilfsbereitschaft und seine Kenntnisse der persischen Sprache und Kultur sind für das MuM-Lippe-Team eine echte Bereicherung.

Teamwork, Netzwerk, Stärkung der Selbsthilfepotentiale: Menschen mit Sinn für Soziales und Bildung unterstützten Denis Defo, der inzwischen einen interessanten Job bei Phoenix Contact hat und weiterhin im MuM-Projekt aktiv ist. Denis Defo unterstützte Reza Dehghan, der sich seinerseits nun auch zunehmend für andere engagieren wird. So kann Empowerment als starkes Instrument für eine gelingende Integration aussehen...

Auf dem Foto: Begrüßungsfeier der neuen Stipendiaten am 10.11.2008 in der Universität Bielefeld. Reza Dehghan ist der 5. von links. Viel Erfolg, Reza!!!

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Vielfalt in Lippe


Gestern Abend hat der Kreis Lippe etwas veranstaltet, was eigentlich schon längst fällig war, aber bestimmt nicht zu spät geschehen ist: Alle (oder wohl eher möglichst alle) MSO-Vertreter, die in Lippe aktiv sind, waren zu einem ersten gemeinsamen Treffen mit Vertretern des Kreises und mit den Zuständingen vom Netzwerk Lippe eingeladen -- und auch zahlreich erschienen. Im Rahmen des KOMM-IN-Projektes Vielfalt in Lippe motivieren Sabine Beine (Integrationsbeauftragte des Kreises Lippe und Leiterin der Ausländerbehörde des Kreises, im Foto links) und Dr. Wolfgang Sieber (Leiter des Bereiches Arbeitsmarktintegration beim Netzwerk Lippe, im Foto in der Mitte) alle aktiven und interessierten MSO in Lippe dazu, mit ihren Ideen und Ressourcen auch weiterhin gute Integrationsarbeit in Lippe zu leisten und erhoffen sich positive Synergieeffekte durch die neue Art der Zusammenarbeit.

Sowohl Frau Beine als auch Herr Dr. Sieber, die für die Durchführung des Projektes Vielfalt in Lippe verantwortlich sind, können sich vorstellen, die gewonnenen Erfahrungen und Strukturen des MuM-Projektes auch in Zukunft (nach Ablauf der BAMF-Förderung im Sommer 2009) auf kommunaler Ebene zu nutzen -- so war jedenfalls mein Eindruck nach den kurzen persönlichen Gesprächen mit ihnen. Sinnvoll wäre es. Möglichkeiten der Zusammenarbeit werde sich sicherlich noch herauskristallisieren...

Rechts im Foto ist Orhan Aydin, Mitarbeiter des Netzwerkes Lippe. Er erläuterte ein in Lippe erfolgreich laufendes und migrantenspezifisches Assessement-Projekt zur Kompetenzfeststellung bei Jugendlichen. Sehr anschaulich war auch Orhan Aydins Beispiel dafür, wie es NICHT funktionieren kann: Die Tiere unten im Bild haben alle die gleiche (und daher gerecht gestellte?) Aufgabe, schnell hinauf auf den Baum zu klettern...

Samstag, 20. September 2008

BAMF - Modellprojekte









Nürnberg, 18. September 2008. An diesem sonnigen Nachmittag trafen sich die Projektleiter von 16 Modellprojekten zum bürgerschaftlichen Engagement zu einem Workshop mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Entsprechend dem Motto fördern und fordern sollen diese Projekte nicht nur finanzielle Unterstützung für ihre 3-jährige Laufzeit erhalten, sondern auch Handlungsempfehlungen für Kommunen, Verbände und andere Organisationen, die im Bereich von Migration und Integration aktiv sind, erarbeiten. Zu diesem Zweck und unter der wissenschaftlichen Begleitung der Stiftung Bürger für Bürger finden solche Arbeitstagungen statt -- aktiv dabei auch immer das AWO-OWL-Projekt MuM - MigrantInnen unterstützen MigrantInnen.

Oben auf dem Foto: links: BAMF-Gebäude in Nürnberg. Rechts: Referatsleiterin Romy Bartels und Svend Clausen (Grundsatzangelegenheiten) vom BAMF-Referat 331 folgen dem Vortrag von Josef Minarsch-Engisch (Diakonisches Werk, Evangelischer Migrationsdienst Württemberg e.V., EMU-Projekt).

Während der Nürnberger Tagung wurden die Ergebnisse aus den im Vorfeld durchgeführten vier Workshops -- MuM war in Celle dabei -- präsentiert (siehe Fotos weiter unten). Die Modellprojekte laufen in verschiedenen Städten und Bundesländern Deutschlands; zu den Trägern gehören neben der Arbeiterwohlfahrt auch der Deutsche Caritasverband, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz, das Diakonische Werk und der Internationale Bund.







Vor den Abschlussworten von Frau Bartels zu dieser Tagung und zur nächsten Veranstaltung in ca. einem Jahr, trug Bernhard Schulz, Geschäftsführer der Stiftung Bürger für Bürger, einige Modelle zum Thema Nachhaltigkeit vor. Schulz fasste auch die Ergebnisse der beiden Arbeitsgruppen zusammen, die sich an diesem Nachmittag über die Bedeutung des Ehrenamts für die Integrationsarbeit und über die Voraussetzungen für bürgerschaftliches Engagement bei den Organisationen ausgetauscht hatten. In diesen zwei AG-Workshops konnten die einzelnen Vertreter der verschiedenen Projekte ihre gewonnenen Erfahrungen und Einsichten einbringen. Die Zwischenergebnisse wurden von Natalia Douchenok (DRK Waldshut) und von José Povedano Sánchez (Paritätischer Gesamtverband) im Plenum präsentiert. (Auf dem Foto unten links wird Frau Douchenok mit der Stichworttafel der AG2 gerade von Herrn Clausen fotografiert; auf dem Foto unten rechts fasst Herr Povedano die Arbeit der AG1 zusammen...)










An diesem BAMF-Workshop habe ich in Vertretung für Dagmar Stenzel-Scheding, Koordinatorin des MuM-Projektes in OWL, teilgenommen. Auch Filiz Celik, Leiterin des MuM-Projektes in Paderborn, konnte aus Krankheitsgründen nicht teilnehmen, so dass ich kurzfristig (und gerne) eingesprungen bin. Siehe auch privaten Blog-Eintrag: Deutschland wandert, Bayern bechert

Dienstag, 2. September 2008

OWL in Berlin



Bei einem Abstecher nach Berlin letztes Wochenende: Die MuM-Teams aus Paderborn und Lippe. (Namen werden noch ergänzt, siehe auch Infos im letzten Blogeintrag)

MuM - Migranten untersuchen Metropolen





Berlin, Ende August 2008.

Die MuM-Teams aus Paderborn und Lippe waren gemeinsam unterwegs, um Deutschlands Hauptstadt zu erkunden. Alles schafft man nie, an einem Wochenende sowieso nicht -- also wenigstens ein paar ausgewählte Dinge, wie zum Beispiel das Parlament (auf Einladung von Inge Höger, MdB), ein Berliner AWO-Projekt (Übernachtung im Fuchsbau) oder die Berliner Mitte (bei einem Info-Spaziergang mit Bernhard Schulz, Stiftung Bürger für Bürger) -- siehe Programm. Auch wenn nicht alles bestens war, das Wetter war klasse! Mir hat dieser Samstag und Sonntag in Berlin zusammen mit all den ehrenamtlichen aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern außergewöhnlich gut gefallen. Schön, dass sich fast alle das Wochenende für diese gemeinsame Aktion freihalten konnten.

Für unseren Teamgeist war Berlin Gold wert ;-)





Die Übernachtung im Fuchsbau, einem alten Jugendgästehaus, wurde uns von Isolde Scheffel vermittelt. Sie leitet ein AWO-Projekt mit Aussiedler-Jugendlichen und konnte 1000 Geschichten und Erlebnisse erzählen, die auch mehr oder weniger mit dem Fuchsbau zu tun hatten...

Die letzten Nachtschwärmer von uns kamen so gegen 6 Uhr morgens wieder nach Hause -- sollen wohl irgendwo in Kreuzberg hängengeblieben sein...







Der Berlin-Mitte-Spaziergang mit Bernhard Schulz und seiner Lebensgefährtin war perfekt! Berlin war sonnig und gut gelaunt, Bernhard und Katrin waren bestens informiert. Sie erzählten in einer Art und Weise, die sachlich und anschaulich war und uns Berlin auch aus ihrer persönlichen Perspektive sehen ließ: Am Palast der Republik konnten wir zum Beispiel auf eindrucksvolle Weise zum Thema Abriss sowohl die westliche Sicht (Bernhard) als auch die Ost-Berliner Version (Katrin) mitbekommen... Oben auf den Fotos sind wir noch vor dem Brandenburger Tor, wo der Info-Rundang startete.




Yüce Yilmaz und Abdulselam Aslan, beide MuM-Paderborn-Mitarbeiter, umarmt von einem wilden Tier - so ist Bärlin! Am liebsten hätte ich hier alle Fotos, die ich geschossen habe, gepostet, wäre natürlich zuviel geworden. Bei dem tollen Wetter gab es viele hübsche Schnappschüsse!


An der Weltzeituhr wurden wir wieder an unseren Migrationshintergrund erinnert und dachten kurz an die Uhrzeit "zuhause" bei Papa und Mama. Oder einfach auch nur daran, dass unsere Welt so schön unterschiedlich tickt. Insgesamt waren es zwei sonnige Tage. Mit Charme und Schatten.

Mittwoch, 20. August 2008

Berlin, Berlin


Die Stiftung Bürger für Bürger in Berlin hat das MuM-Team in Paderborn und Lippe zu einem Berlin-Besuch eingeladen! Nicht nur, weil Berlin so wichtig für Deutschland ist und sowieso immer wieder einen Besuch wert ist. Auch deswegen, weil wir so als MuM-Team aus OWL mal außerhalb von OWL gemeinsam unterwegs sind -- und bei dieser Gelegenheit sowohl eine Einladung zu einem Bundestagsbesuch wahrnehmen, als auch ein AWO-Projekt in Berlin kennenlernen können. Für die beiden letzten Tage im August haben wir uns jede Menge vorgenommen:

Samstag 30. August 2008
06:00 Uhr Abfahrt Bahnhof Paderborn (mit Anne Kleps Busreisen)
07:00 Uhr Abfahrt Bahnhof Bielefeld
12:00 Uhr Check-In im Fuchsbau, Mittagessen mit Isolde Scheffel (Projekt "Alle in einem Boot" von Trapez e.V. plus AWO Berlin)
14:00 Uhr Besichtigung der Reichstagskuppel und des Bundestages mit Empfang von Inge Höger, MdB
16:00 Uhr Abstecher nach Kreuzberg -- in die Welt von Filiz und Murtaza ;-)
18:00 Uhr Zeit zur freien Verfügung -- Ulla Koglin (von der Bundesgeschäftsstelle der AWO) schließt sich an
20:00 Uhr Theaterbesuch (nach Absprache)

Sonntag 31. August 2008
10:00 Uhr Frühstück im Fuchsbau
11:00 Uhr Info-Spaziergang im Zentrum Berlins mit Bernhard Schulz, Geschäftsführer der Stiftung Bürger für Bürger
13:00 Uhr Zeit zur freien Verfügung
14:00 Uhr Abfahrt / Ankunft ca. 20:00 Uhr

Änderungen im Programm sind möglich. Auf dem Foto oben: Berlin, im Sommer 2007, vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, während einer Berlin-Tagestour mit der AWO-Sprachschule Bielefeld. MuM-Integrationshelferin Melissa König war auch dabei.

Mittwoch, 23. Juli 2008

Einbürgerungstest



Russland? Peugeot? Berlin? Wofür steht diese Flagge??? Wer schon mal für einen Führerschein stundenlang Fragebögen studiert und gepaukt hat, ist wahrscheinlich im Vorteil -- denn für den neuen Einbürgerungstest kann man sich ähnlich vorbereiten:

Aus einem allgemeinen Fragenkatolg mit 300 Fragen plus einem kleinen Landeskatalog mit 10 Fragen bekommt der oder die Einbürgerungswillige eine zufällige Auswahl von 30 plus 3 Fragen. Davon müssen dann mindestens 15 plus 2 richtig beantwortet werden. Der Test darf immer wieder wiederholt werden, bis es klappt!

Das Bundeskabinett in Berlin billigte heute die Rechtsverordnung des Innenministeriums zu diesem umstrittenen Einbürgerungstest. Damit wird der Fragenkatalog zum 1. September dieses Jahres obligatorisch. Feldstudien im Vorfeld haben gezeigt, dass auch viele Einheimische diesen Test nicht unbedingt gleich schaffen würden. Nach einem spontanen Blick in den Fragenkatalog gerade eben kann ich dass nur bestätigen ;-) Ich kann mir gut vorstellen, dass wir als Integrationsunterstützer in Zukunft auch in diesem Bereich gefragt sein werden...

Ähnlich wie auch in einigen anderen Ländern wird im Einbürgerungstest staatsbürgerliches Wissen in Bezug auf Deutschlands Geschichte, Kultur und Politik abgefragt. Auch die politische und ethische Gesinnung eines Einbürgerungswilligen wird bei diesem Test angesprochen. Zu den leichteren Fragen gehört z.B. auch, dass man das Wappen des eigenen Bundeslanes kennt.

Foto oben: Landesflagge von Berlin. Auch Russland und Peugeot scheinen Bären zu mögen. Vielleicht ist den Einwanderern Deutschlands mit dem neuen Einbürgerungstest ja eine Art Bärendienst erwiesen worden -- wird sich zeigen.